Bea Beste hat auf Twitter die change-one-thing-Frage gestellt: Wenn Du eine Sache im Schulsystem ändern könntest, die direkten Effekt hat, welche wäre das?

Da gibt es meines Erachtens eine Antwort: Wir brauchen eine Führungskräfte-Akademie für Schulleiter. Denn das sind die wichtigsten mittleren Manager, die uns fehlen an den Schulen. Sie fehlen sowieso, weil die meisten Schulleiter bürokratisch gefesselt sind. Sie fehlen aber vor allem für eine Aufgabe, die vor uns steht: Das Schulsystem in überschaubarer Zeit so zu reformieren, dass es für das Jahrhundert derKreativität, das 21., fit ist.

Mein Vorschlag, leicht verändert gegenüber 2009: Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung bekommt ein Stiftungskapital von 20 Milliarden Euro – zur Hälfte aus der Wirtschaft, zur Hälfte vom Staat! Jawohl. 20 Milliarden. Sofort.

Und dann macht Heike Kahl, die Chefin der DKJS, drei kluge Sachen:

Erstens richtet sie eine Führungskademie für Rektoren ein – eine Change Leadership-Programm wie in den USA. Weil die Rektoren die pädagogischen Köpfe, Moderatoren und Manager vor Ort sind, die eine Schule drehen können. Uns laufen diese Rektoren aber gerade in Scharen davon laufen.

Zweitens brauchen wir eine großangelegte Fortbildungsstrategie für das neue, selbstständige Lernen. (Ich würde sie übrigens die Roman-Herzog-Gedächtnis-Kuschelecke nennen – weil dort im Grunde nur eins gelehrt wird: Wie Lernen Spaß macht!)

Und wir brauchen, drittens, Freiheit für die Schulen. Die KMK sollte einmal etwas Vernünftiges in ihrem Schildkrötenleben machen und einen charter-school-Beschluss fassen. Dann kann jede Schule ihre Mittel verwenden, wie sie mag, die Lehrer einstellen, die sie gut findet – wenn sie die Kinder nur glücklich und klug macht. Der Baumert überprüft das schon. Dann haben wir freie öffentliche Schulen. Und dann ziehen wir in 10 Jahren eine Bilanz – die richtig gut sein wird.

Die Langversion dieses Vorschlags steht im Freitag, auch von 2009, aktueller denn je.

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