Am Montag stellt Berlins Schulsenatorin das neue Berliner Bildungsprogramm für Kitas vor. Ab 10 Uhr in der FU Berlin.

Die Diskutanten der Kita-Debatte haben folgende Thesen für Montag gesandt.

Martin Hoyer, Paritätischer Wohlfahrtsverband

  • Die Stärke des Bildungsprogramms liegt darin gute pädagogische Praxis in Worte gefasst zu haben, damit Orientierung zu bieten und Auseinandersetzung anzuregen.
  • Die Heldinnen des Bildungsprogramms sind nicht die die AutorInnen, nicht das Land Berlin und die Senatsverwaltung oder die Verbände – es sind die Erzieherinnen in den Einrichtungen die tagtäglich versuchen so zu arbeiten wie es hier beschrieben ist.
  • Die Praxis steckt auch nach den Personalverbesserungen der Jahre 2010 und 2011 in einem Umsetzungsdilemma – Anspruch und Ausstattung passen (noch) nicht zueinander – nach der Überarbeitung des BBP muss jetzt hier wieder hingeschaut und gehandelt werden

Bernd Schwarz, Elternvertreter:

1. Kernpunkt Erziehungs- und Bildungspartnerschaft: Pädagög*innen und Eltern sind gleichberechtigte Partner*innen und stellen das Kind in den Mittelpunkt ihrer Zusammenarbeit.

2. Schwerpunkt Inklusion: Kinder, Eltern und Erzieher*innen achten auf ihre Stärken und gehen vorurteilsbewusst mit ihren Schwächen um.

3. Leuchtturm U3-Pädagogik: Berlin schreibt die internationale Erfolggeschichte Berliner Bildungsprogramm nun auch für Kinder fort, die jünger sind als 3 Jahre.

Martina Knebel, ErzieherInnen-Ausbilderin

  • stärkt Bedeutsamkeit bildungspolitisch/ fachlich relevanter Lehrinhalte Beispiel: alltagsintegrierte sprachliche Bildung
  • –  erleichtert Theorie-Praxis-Transfer zwischen Fachschule und Lernort Praxis durch im BBP hervorgehobene Qualitätsansprüche
    Beispiel: Implementierung der Ansprüche und Kriterien zur Orientierungsqualität
  • –  regt Fachdiskurs mit Studierenden über Formen frühpädagogischer Arbeit an Beispiel: Aufnahme der Kindertagespflege; Bildung ist Beteiligung und Leistung

Serv Vinders, der Blick von außen

Deutsche (Berliner) sind sehr kritisch, vor allem wenn es vom Senat kommt. Aber das Berliner Bildungsprogramm ist bis in New Yorck hoch gelobt worden: Mehr Stolz bitte (sagt ein Ausländer).

Programm ist so anerkannt weil es auch viele praktische Hilfestellungen gibt. Viele Bildungsprogramme aus andere Länder sind meist zu theoretisch oder abstrakt.

In allen Ländern (ausserhalb Deutschlands) ist anerkannt, dass ein Bildungsprogramm (Curriculum) zur besseren Bewertung von
Erziehern beiträgt (wenn auch manchmal nach anfänglichem Protest, wie z.B. in Dänemark)

Zum Schluss: Nächster Schritt wäre Raum für Ersatzerzieherinnen bei Krankheit von Erzieher. Hat nichts mit dem
BIldungsprogramm zu tun!

Die Kitaleiterin Li-Jana Schmidt

Warum BBP ?

– Das BBP kann man als Kochbuch sehen, um gute Zutaten zu benutzen.
– Alle pädagogischen Fachkräften sollten die Gebrauchsanleitung und die Kernaussagen bekannt und bewusst sein.

Was hat es gebracht ?

– Fachlichkeit, Auseinandersetzung
– Nicht nur was ich mache, sondern warum mache ich was.

Warum braucht Bildung Wertorientierung und Haltung der Pädagogen ?

In den ersten 6 Jahren wird der Koffer für das Leben gepackt um Kompetenzen zu entwickeln und zu stärken
– Kinder brauchen Strukturen, Zuhörer, Gesprächspartner, Sicherheit, Werte und Nachhaltigkeit für die
gesellschaftliche Zukunft (Und das Gleiche gilt auch für uns)
– Wohlbefinden und Zeit zum Austausch der pädag. Fachkräfte trägt zu einer guten Arbeitsatmosphäre bei
und macht sich in der Arbeit mit den Kindern und Eltern positiv bemerkbar

 Eveline Gerszonowicz, Tagespflege

  • Berlin hat schon formal mit dem KitaFöG und der Verpflichtung, dass das BBP auch von Kindertagespflegepersonen angewandt werden soll und nun auch inhaltlich mit dem Berliner Bildungsprogramm einen großen Schritt getan in Richtung Zusammenführung der institutionellen Kindertagesbetreuung und der Kindertagespflege getan. Damit ist Berlin in guter Gesellschaft mit anderen Bundesländern, in denen das Bildungsprogramm ebenfalls bereits so ausgeführt wurde.
  • Es wäre für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung bereichernd, wenn es auch ein Verfahren für die Kindertagespflege gäbe (wie z.B. die interne/externe Evaluation für die Kitas). Ist daran gedacht, ein solches zu entwickeln?
  • Wünschenswert wäre, dass allen Kindertagespflegepersonen sowohl das neue BBP wie auch Fortbildungsangebote dazu kostenfrei zur Verfügung gestellt würden.

 

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