updates 1/2: Im Cicero beschreibe ich die Tricks bei der Beauftragung der OER-Studien. In einem Storify kann man den Sprechzettel für die Session beim OER-Camp nachlesen. 

Die Bundesregierung hat 750.000 Euro in zwei Studien zu Open Educational Resources investiert, die nun vorliegen.* Neben der Hoffnung auf mehr Klarheit und Publizität ist es wichtig zu fragen: War`s das viele Geld wert, wie „offen“ waren die Studien und wie lauten denn nun die Ergebnisse?

Ich möchte das beim OERCamp #oerde16 in Berlin diskutieren, weil ich glaube, dass die Studien nicht funktionieren, alle beide nicht. Ich habe das Anfertigen von außen beobachtet, viele Gespräche geführt und mir die Materialien angesehen. Ich finde: Ein making-of enthüllt, dass die Studien nicht mal ihre eigenen Prämissen und Ziele erfüllen, schon gar nicht objektive Ansprüche, die man an Papiere erheben kann, die mit viel Steuergeld aufgepumpt werden: Verständlichkeit, Relevanz, Neutralität.

Zitat aus einer der beiden Studien – in der Zusammenfassung, also fürs schnelle Lesen steht da:

„Daher ist zur Vernetzung bestehender (Teil‐)Infrastrukturen ein Aggregationsmechanismus für digitale Lernressourcen zu befürworten, der die disparat verteilten, abgegrenzte Communitys adressierenden Kollektionen auf der Basis interoperabler Nachweis‐ und Austauschroutinen vernetzt, ohne die Vielfalt bereichsspezifischer Angebote einzuschränken.“ 

Ich will in der Session einen kurzen Input geben und dann mit anderen Barcampern über die Thesen ins Gespräch kommen.

Kleiner Vorgeschmack:

Die „Open“-Idee ist meines Erachtens bei beiden Studien derart grundsätzlich verletzt worden, dass man sich das Zauberwort der Szene künftig besser sparen sollte.

Dass die Bundesregierung in Person der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka nicht open ist, zeigt, welcher Geist in diesem Ministerium inzwischen herrscht, mag ja noch angehen. Sie erklärte den Auftrag an das DIPF für nicht open – obwohl die Studie längst veröffentlicht ist.

„Leistungsbeschreibung bzw. Auftragstexte sind… nicht für eine Herausgabe bestimmt.“ (BMBF am 26.2.2016)

Man darf also gar nicht wissen, was die DIPF-Leute herausfinden sollten. Was ist das für ein Signal?! Es wird eine Machbarkeitsstudie darüber in Auftrag gegeben, wie man Lernmaterialien künftig rechtssicher, offen, nutz- und teilbar gestalten könnte – aber die Leitfragen dazu werden zum Arkanum der Regierung erklärt.

Aber selbst Wikimedia ist es mit „Mapping OER“ nicht gelungen, die Grundidee ihrer Mission zu erfüllen: Offenheit. Die Einladung zu den Workshops war z.B. derart pomadig, dass man sich alles andere als eingeladen fühlte. Niemand muss sich also wundern, dass nur ein paar Dutzend Teilnehmer je Workshop aufkreuzten. Sich dann aber nichtsdestotrotz anmaßten, das „Lernmaterialien“-System für acht Millionen Schüler neu zu definieren – weil angeblich alle Stakeholder dabei waren.

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P.S: Ich biete diese Session an, weil sich z.B Joachim Höper auf Twitter über die Charakterisierung von Mapping OER in meinem Stück für die FAZ mokiert hatte und einen Revise forderte. Hier ist die Gelegenheit dazu, mal sehen, ob Meister remix mit von der Partie ist.

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*die eine vom DIPF als Dokument, die andere von Wikimedia beim BMBF als Veröffentlichung.  Vorversion, aber in groben Zügen kann Bisher musste man sich das auf der Seite Mapping-OER zusammenpuzzeln.

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