Blick in zwei Risikoberichte: Bertelsmännische Harmlosigkeit – und die Relevanz des Schweizer Bundesamtes für Sozialversicherungen

Wer wissen will, wie es um den Risikodiskurs über Jugendliche und das Internet bestellt ist, muss diese beiden Berichte aus der Schweiz und Deutschland nebeneinander legen. Schon die ersten Sätze und auch die Kernsätze der Resumees zeigen, woher hier der Wind weht. 

Die Schweizer beginnen mit den Worten: 

Cybermobbing, schädliche Folgen exzessiver Mediennutzung, Konsum von Gewaltdarstellungen oder Pornografie, Verschuldung, Identitätsdiebstahl… Kinder und Jugendliche sind bei der Nutzung digitaler Medien verschiedenen Risiken ausgesetzt.

Die Deutschen leiten ihren Bericht so ein: 

Kinder und Jugendliche wachsen heute völlig selbstverständlich mit digitalen Medien auf: Smartphone, Tablet, Notebook & Co prägen zunehmend den Alltag der Heranwachsenden. Im Rahmen einer Zusammenschau…

Der Bericht aus der Schweiz stammt aus dem Jahr 2012. Das „Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel“ hat ihn angefertigt, und er ist schnell, kritisch, relevant. Er listet alle Risiken auf und traut sich auch, die unangenehmen Fragen anzusprechen: Cybergrooming etwa. Dazu gibt es ein eigenes Unter-Kapitel, das so beginnt: „Unter Online-Grooming wird die sexuell motivierte Kontaktaufnahme zu Minderjährigen im Internet verstanden.“

Der Bericht aus Deutschland stammt aus dem Jahr 2015. In Auftrag gegeben von der Bertelsmann-Stiftung, wurde er von einer Wissenschaftlerin der Humboldt-Universität ausgeführt. Er ist nicht komplett vergleichbar, weil er den Schwerpunkt digitalen Lernens hatte, sollte gleichwohl aber alle persönlichen Risiken für Jugendliche auflisten. Die Risiken sind eklektisch aufgezählt, Themen wie Datenschutz und Cybergrooming fehlen komplett. 

Die Zusammenfassung der beiden Berichte dokumentiere ich hier. Jeder soll sich sein Bild machen. 

Schweizer Bericht: 


Deutscher Bericht: 

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