SPD-Vorsitzende Esken: Brauchen Positivlisten datenschutzkonformer Lösungen und ID-Management für Schulen 

Teil der beschlossenen Bildungsplattform des Bundes soll ein länderübergreifendes Identitätsmanagement für Schüler*innen und Lehrkräfte sein, sagte die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken im Interview mit dem Tagesspiegel, das am Freitag im Background Digitalisierung erscheint. Esken: „Das wäre ein wichtiges Element, wenn wir ein ID-Management über die Länder hinweg bekämen.“ Eine solche Identitätsverwaltung würde es Schülern erlauben, Plattformen und Apps mit einem pseudonymisierten Single-Sign-On zu nutzen, ohne persönliche oder Lerndaten zu hinterlassen. Die Kultusminister planen bereits seit längerem, einen solchen Vermittlungsdienst für die Digitale Schule, kurz Vidis, einzurichten – brauchen aber wieder Mal ewig, um das umzusetzen.

Wieso haben wir noch kein einheitliches bundesweites Single-Sign-On, also ein einheitliches Verfahren zur Anmeldung in den Systemen für jeden Schüler, vielleicht auch für jede Lehrkraft? Das würde sehr helfen. Saskia Esken

Die Parteivorsitzende, die selbst ein IT-Ausbildung absolviert hat, erläuterte im Gespräch mit dem Newsletter Background Digitalisierung des Tagesspiegel die geplante nationale Bildungsplattform des Bundes. Der Koalitionsausschuss hatte von Dienstag auf Mittwoch beschlossen, eine solche Plattform aufbauen zu lassen. Sie „soll dafür sorgen, dass die Schulen digital arbeiten und sich mit anderen Schulen vernetzen können.“

Sie können mir glauben, dass ich mit dem Datenschutzbeauftragten des Bundes, Ulrich Kelber, und seinen Länderkollegen im intensiven Gespräch bin, was da machbar wäre. Saskia Esken

Saskia Esken legt großen Wert auf den Datenschutz in einer bundesweiten Bildungsplattform. „Wenn ich sage, wir definieren Standards, dann gehört da der Datenschutz ganz sicher dazu“, sagte Esken. Sie befürwortete Positivlisten, auf denen die Datenschutzkonformität digitaler Lösungen ausgewiesen werde. „Danach fragen die Lehrkräfte!“, so Esken, „die wollen wissen, was so einsetzbar ist, dass die Identitäten der Schüler geschützt sind.“

Auf der Schulplattform des Bundes sollen unter anderem hochwertige digitale Lerninhalte bereit gestellt werden. Die Kultusminister der Länder sind laut Esken eng in die Gespräche eingebunden.