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Die Fachoberschule der Schweinfurter Gruppe Privatschulen Schwarz wird geschlossen. Das bedeutet nach Informationen von pisaversteher, dass auch die jetzige 11. Klasse kein Abi mehr machen wird.

Kultusminister Spaenle hatte seit Oktober 2012, als ihm kritische Berichte über die Privatschulen Schwarz übergeben, von Schwierigkeiten gewusst. Der Betrieb der Real- und der Wirtschaftsschule soll weitergehen.

Null-Punkte-Abi I Der erste Untersuchungsbericht zur Abi-Katastrophe in Schweinfurt bestätigt alle Befürchtungen und Hinweise, die ein Landtagsabgeordneter ans Ministerium gemeldet hatte

Die Schweinfurter Versager-Schule hat viele nicht geeignete Abitur-Kandidaten aufgenommen, es gab erhebliche Fehlzeiten und der Lehrereinsatz war mangelhaft. Das sind zusammengefasst die Ergebnisse eines schnellen Berichts über das katastrophale Abitur an der privaten Schweinfurter Fachoberschule, der pisaversteher exklusiv vorliegt. An der Schule waren alle 27 Abiturienten durchs Schriftliche gefallen. Gestern befasste sich der bayerische Landtag mit dem Fall.

Die schnelle Vorlage des 12seitigen Berichts geschah einerseits überraschend, weil ein Sprecher des Ministeriums gerade erst erklärt hatte, es werde Wochen dauern, ehe die Ursachen für das private Fehl-Abi erforscht sind. Andererseits ist verständlich, dass die bayerischen Schulbehörden so fix Auskunft geben konnten – sie hatten seit Oktober 2012 viele Probleme auf dem Schirm. Wie berichtet, hatten Abgeordnete, Lehrer und Eltern die bayerische Staatsregierung mit Beschwerden über die Privaten Schulen Schwarz und ihre Fachoberschule überhäuft. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) lag ein Dossier vor, Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) bekam Hinweise und Spaenles Ministerialbeauftragter wies im November 2012 einen Vater darauf hin, dass er an dem Fall dran sei.

Der jetzt vorgelegte Bericht wirft umso dringlicher die Frage auf, warum die Staatsregierung auf das erste Beschwerdeschreiben des Freie-Wähler-Abgeordneten Günther Felbinger dem Risikokandidaten Fachoberschule in Schweinfurt nicht half. Das Papier der Beamten des Schulministers führt aus, dass in Bayern ein Drittel der privaten genehmigten Fachoberschüler durchs Abitur fällt. „Die schlechteste genehmigte Privatschule hatte 2012 eine Erfolgsquote von 40,0 %“, heißt es in dem Papier. Nach Informationen der taz sind vor allem die Ergebnisse bayerischen privaten Fachoberschulen im ersten Jahr katastrophal: Dort fallen mindestens die Häfte der Kandidaten durch, berichteten Lehrer.

An der Schule habe es erhebliche Fehlzeiten gegeben. Durchschnittlich hätten die Schüler 10 Prozent des Unterrichts nicht besucht. Einzelne Schüler fehlten 35 Tage im Schuljahr, heißt es in dem Papier. Auch die angebotenen Förderstunden wurden nicht angenommen. Den Lehrern sei es nicht gelungen, stellten die Behörden fest, die laut einer Aufstellung Anfang des Jahres den Unterricht der Schule inspiziert hatten.

Der Abgeordnete Felbinger hatte vermutet, dass die neue Schweinfurter Fachoberschule ihre Klassen mit Schülern füllte, die formell gar nicht die Voraussetzungen für die FOS besitzen – einen Hauptfächer-Schnitt von 3,5. Das hat nun auch das Ministerium gemerkt: „Nur 12 der 27 Schüler (44,4 %) hatten im Zeugnis über den mittleren Schulabschluss die Eignung für die Fachoberschule“, heißt es in Spaenles Bericht ans Parlament. Spaenle selbst erschien gar nicht erst zu der Sitzung, bei der Bericht diskutiert wurde.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Abi-Desaster wie in Schweinfurt praktisch nicht zu verhindern ist:

„Anders als an öffentlichen Schulen darf wegen der grundrechtlich garantierten Privatschulfreiheit nach der Rechtsprechung keine schulaufsichtliche Kontrolle des Lern- fortschritts und des Lernerfolgs durchgeführt werden.“

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