Letzte Woche ist eine private Fachoberschule in Bayern zu zweifelhaftem Ruhm gekommen. An der Schule der Schweinfurter Privatschulen Schwarz sind alle 27 Abiturienten im schriftlichen Abitur mit 0 Punkten durchgefallen. Es war der erste Abi-Jahrgang der FOS der Privatschulen Schwarz. Diese Dokumente belegen, wie gut die Staatsregierung über die Probleme der Schule informiert war.

>>> Siehe auch taz, Die Schweinfurter Nullpunkte-Schule und ein Interview mit dem Abgeordneten Günther Felbinger, Freie Wähler: „Kann Herr Spaenle nicht lesen?“

In der Öffentlichkeit wird nun verbreitet, die Schüler würden Plätze an staatlichen Fachhochschulen erhalten und der zuständige Minister Ludwig Spaenle (CSU) habe von den Problemen an der Privat-FOS nichts gewusst.

Pisaversteher präsentiert hier Belege die zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist. Spaenle, sein Erlanger Schulrat Bosch und sogar der Innenstaatsekretär Eck waren bereits seit Herbst letzten Jahres über massive Probleme an der FOS informiert. Die bayerische Staatsregierung wurde im Gegenteil von Abgeordneten, Lehrern und Eltern geradezu mit Warnhinweisen bombardiert.

1) Schickte der Abgeordnete Felbinger im Oktober 2012 einen Brief an Schulminister Spaenle, in dem er von Unstimmigkeiten und Unzulänglichkeiten an den Privaten Schulen Schwarz berichtete. (Siehe Foto des Schreibens unten)

2) Sandte ein Lehrer einen Brief an Staatssekretär Eck, in dem er von Problemem berichtete und ein Treffen mit Eck vereinbarte.
(Siehe Ausriss des Mails unten)

3) Versuchte ein Vater, im November Spaenles zuständigen Schulbeamten Bosch in Erlangen zu informieren. Bosch reagierte genervt – er wisse von den Problemen. Der Vater schrieb Pisaversteher:

ich hatte im November mit dem Sekretariat des MB in Erlangen telefoniert. Ich war nicht direkt zu ihm durchgekommen, er wäre zu diesem Thema nicht mehr zu sprechen.

Die Aussage des Sekretariats war:
Das Thema private FOS in Schweinfurt kann der MB nicht mehr hören. Er hätte schon einen Termin mit den Schulleitungen EPFOS und staatlicher FOS für die nächsten Tage vereinbart.

Dies können sie gerne veröffentlichen.

Die Leser mögen sich ihre Meinung über einen Minister bilden, der so breit informiert war – und heute alle Verantwortung abwälzt. Bayerns private FOS sind übrigens als Chaosschulen bekannt. Im ersten Zulassungsjahr fallen nach Aussagen eines Lehrers mindestens 50 Prozent der Abiturienten durch.

Und der Minister will das nicht gewusst haben?

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