… aber keine Ganztagsschulen, keine Tablets und das Kooperationsverbot bleibt.

Eine schnelle Analyse des Bildungsprogramms der Großen Koalition sagt uns:

Das Prinzip FC Bayern bestimmt jetzt auch die Bildungsrepublik. Mia kena ois kaffa.


0) Es gibt mehr Geld vor allem für die Grundfinanzierung der Hochschulen
1) Wie die Kohle in die Unis und FHs kommen soll, bleibt offen, weil das #Kooperationsverbot nicht angetastet wird. Da haben uns die Kanzlerin und auch die SPD mächtig veräppelt. In der Bildung läufts wie beim Fußball – die Bayern können alles (kaufen), der Rest des Landes darbt
1.1) Im Kapitel Finanzen (S. 88/89) stehen noch Hinweise, dass Gemeinden und Länder finanziell entlastet werden, um sich um Schulen etc. besser kümmern zu können. Das ist gut, aber welche Prioritäten die Länderfinanzminister setzen, steht auf einem anderen Blatt. Kurz:

Das ist kein guter Tag für die Bildungsrepublik und den Kampf gegen Bildungsarmut.


2) Daher ist das Kapitel Allgemeine Bildung sehr dünn geworden. Darin fehlen die Ganztagsschulen völlig. Das könnte der SPD auf die Füsse fallen – immerhin hatten alle sozialdemokratischen Unterhändler bei diesem Thema die Backen weit aufgeblasen. Aber: Der Ganztag ist raus raus raus.
2.1) Dazu noch eine Anmerkung: Ganztagsschulen sind kein Garant für bessere soziale Integration, das hat ja zuletzt auch eine Studie gezeigt. Wenn der Bund aber armen Ländern unter die Arme greifen können soll will, dann wäre es wichtig gewesen, das „unsinnige“, „blödsinnige“ etc. Kooperationsverbot (alles Zitate von mächtigen Leuten der großen Koalition wie Frank-Walter Steinmeier oder Volker Kauder) auch für die Schulen zu lockern.

Die SPD-Bildungsdelegation hat nichts von ihren Kernzielen erreicht, nullkommanull

Oder eben als Krücke, ein besser kalibriertes Ganztagsschulprogramm mit Sozialarbeitern und Nicht-Lehrpersonen anzustoßen, wie es die SPD ja schön vorgeschlagen hatte. Und dazu hatte es bereits eine Quasi-Einigung gegeben, von der die Union Abstand genommen hat, und zwar gründlich, selbst bei den Hochschulen bleibt das Kooperationsverbot nun bestehen. Das wird dazu beitragen, „die selbst verordnete Impotenz in der Schulpolitik“ zu stärken. Das ist, man muss es so deutlich sagen, kein Erfolg für Doris Ahnen (SPD) und die Verhandlungsdelegation Bildung der SPD. Die haben nichts von ihren Kernpunkten erreicht, gar nichts.
3) Dafür steht viel zu digitaler Bildung im Koalitionsvertrag. (Siehe Ausriss) Das ist gut so. Was daraus wird, muss man sehen, gerade die Idee eines „zeitgemäßen Informatikunterrichts“ klingt bisserl altbacken. Die Tablets sind ganz rausgeflogen.
3.1) Auch dazu muss man ein kommentierendes Wort sagen: Tablets für alle über Nacht, das wäre nicht zu wuppen gewesen, vor allem pädagogisch nicht. Aber: Es ist ein Symbol, dass es in Anatolien bald Tablets für jeden Schüler geben wird, aber in Deutschland eben nicht.

Jedes Land muss entscheiden, ob es auf Ziegen oder Technologie setzt.

Die Große Koalition hat entschieden, keine andere Konstellation hätte die Kraft dazu gehabt. Union und SPD aber fehlte am Ende die Einsicht. Die Bildungsrepublik computerlabort quält sich weiter Richtung 21. Jahrhundert.

4) Es gibt einen Haufen interessante weitere Details, vom Haus der Kleinen Forscher (HdkF), das irre mächtig wird, bis zu einer Menge spannender Sachen in der beruflichen Bildung. Das HdkF etwa soll 80% der Kitas erreichen.

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