Grüne „Aufklärung“, Teil 1: Die Aufarbeitung bei den Grünen ist gut gemeint, aber sie hält den Mindeststandards nicht Stand. Gab es Kinderprostitution?

Wer wissen will, wie „ernstgemeinte Aufarbeitung“ der Grünen aussieht, der möge dieses Interview zweier Parteivorsitzender lesen. Darin sagt Simone Peter, Sprecherin der Bundespartei, dass „wir als Partei grundsätzlich keine Verantwortung für Straftaten einzelner Täter mit grünem Parteibuch haben.“ Eine bemerkenswerte Haltung, die sicherlich eines nicht bewirken wird: Dass sich Betroffene grüner Missbrauchstaten bei der Partei melden werden – denn die ist ja „grundsätzlich nicht verantwortlich.“ Ein Betroffener hat Pisaversteher gerade anvertraut, er könne Missbrauchs-Opfern nicht empfehlen, sich den Grünen anzuvertrauen. „Warum sollten die das tun?“, fragte er.

Die Grünen haben noch etwas anderes getan. Sie haben einen so genannten Aufarbeitungsbeirat eingesetzt, der darüber wachen soll, dass der Umgang mit den Betroffenen fair und korrekt verläuft. Insbesondere soll dieser Beirat darauf achten, dass die Opfer von grünem Missbrauch selbst bestimmen können, was von ihren Tataussagen öffentlich wird und was nicht.

Grüne trauen sich seriöse Aufarbeitung nicht mehr zu

Das ist aus zweierlei Gründen interessant:

Erstens traut sich die grüne Partei selbst offenbar keine faire und korrekte Aufarbeitung mehr zu – welchen Sinn sollen sonst die Aufpasser haben?

Zweitens ist es vollkommen klar, dass die Betroffenen selbst darüber bestimmen, was von ihren Aussagen veröffentlicht wird – und was nicht. Das ist die Grundlage jeder Aufarbeitungskommission.

Es ist aber nicht verwunderlich, dass die Grünen nun aus solchen Selbstverständlichkeiten so großes Gewese machen. Denn ihre Kommission folgt nicht den Standards der Aufklärungsarbeit – sie veröffentlicht z.B. in der Regel Täter nur dann, wenn sie rechtskräftig bereits verurteilt wurden. Welchen Sinn sollte eigentlich eine unabhängige Kommission haben, wenn sie hinter den Erkenntnissen von Gerichten und Prozessen zurück bleibt? Eine solche Aufarbeitung durch frei gewählte Fachleute soll Fakten, Taten und Zusammenhänge benennen – jenseits dessen, was Gerichte öffentlich sanktionieren können. Dazu muss man nicht jeden Namen veröffentlichen, aber die vorgefundenen Taten müssen benannt und beziffert werden. 

Das hier z.B. gehört zu den dunklen Geheimnissen, das die grüne Kommision in Berlin nicht preisgeben mag: 

Gekümmert habe sich niemand um ihn. Bis auf einen Bekannten, um die 60, der ein kleines Fotogeschäft hatte. Dorthin ist er oft gegangen. Der hatte Zeit und interessierte sich für ihn. Der Junge half beim Aufräumen, bekam mal zehn Mark geschenkt oder einen Fotoapparat – und dann passierten die Sachen, die sich falsch anfühlten. Er zählt sie schnell auf, als wolle er sie rasch hinter sich lassen: Küssen, Streicheln, Oralverkehr auch anal. Der Junge wurde…

Kindern beim Sex zuzugucken.“ Der Mann berichtet heute, dass er sich abgestumpft fühlte. Er ritzte sich die Unterarme und hielt sich ein Feuerzeug an die Haut. Oder er schlief nicht, um sich nicht mehr spüren zu müssen. Als er 13 Jahre alt war, war er den Männern zu alt, die ihre Missbrauchsstruktur bald mit in die entstehende grüne Partei hineintrugen.

Solche Geschichten haben sich die Grünen angehört, haben sie auf verschiedene Arten zur Kenntnis genommen. Aber ihre so genannten „Aufklärungs“-Kommissionen meiden es, sie zu erzählen oder den Spuren nachzugehen, die darin stecken.

Es wird Zeit, sie endlich ganz zu erzählen. 

Tipps aus dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss

(Manchmal fragt man sich, wieso sich die Grünen nicht Tipps bei ihren genialen Aufklärern Hans-Christian Ströbele oder Irene Mihalic holen, die regelmäßig spektakuläre Erkenntnisse in Untersuchungsausschüssen des Bundestages zustande bringen. Wieso wirkt die grüne Aufarbeitung des Missbrauchs in den eigenen Reihen im Vergleich dazu nur so unernst?!)

Wer wissen will, wie eine ernstgemeinte Aufklärung wirklich aussehen kann, der komme am Dienstag, 30. Juni, in die Goethe-Universität in Frankfurt. Dort wird Professor Sabine Andresen, Mitglied der Aufklärungskommission des Unabhängigen Beauftragten gegen Kindesmissbrauch, eine Diskussionrunde moderieren – an der zwei exzellente Forscherinnen über Kinderläden und Sexualität, Julia König und Miriam Mauritz, teilnehmen und zwei renommierte Intellektuelle, Micha Brumlik und Claus Koch. Ein paar interessante Fakten aus den grünen „Aufklärungs“-Kommissionen wird Pisaversteher beisteuern. >>> Die Revolution missbraucht ihre Kinder

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