Buchmesse: Digitales *Lesen* als Diversifizierung einer Kulturtechnik

Bei der Frankfurter Buchmesse wird es ein DigiQuartett geben. Am Publikumssamstag, den 13. Oktober, diskutieren in Halle 4.2 auf der „Education Stage“ C94 (13 Uhr)

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Mieke Frank (EduHeroes)
Sabine Czerny,
Lehrerin und Autorin („Was wir unseren Kindern in der Schule antun… und wie wir das ändern können“)
Philippe Wampfler, 
Schweizer Gymnasiallehrer, Autor und der digitale Lehrer im deutschsprachigen Raum
Christian Füller (Pisaversteher, Autor)

„Das Internet und seine digitalen Lesenangebote machen das Buch kaputt. Die Verlage sterben aus, die Gutenberg-Kultur einer literarischen Beschreibung, Vergewisserung und Infragestellung der Welt wird hinweggefegt von einer Turing-Kultur digitaler Wahrnehmung, Selbstdarstellung und Streiterei“. –

Was ist dran an solchen kulturpessimistischen Formeln? Wie sieht die Zukunft des Lesen unter den Bedingungen eines Online-Tsunamis aus? Das diskutieren wir im DigiQuartett

Thesen Sabine Czerny

1) Es braucht sowohl analoge Bildung als auch digitale – alles zu seiner Zeit und alles im rechten Maß. Beides bedient zu großen Teilen Unterschiedliches und ergänzt sich damit auch gut.

2) Analoges Lesen und Schreiben trägt bei Schulanfängern neben diesen Kompetenzen selbst noch zu Aspekten ganzheitlicher Bildung und Entwicklung bei, die sonst nur schwer oder gar nicht Platz finden. (u.a. Selbstwirksamkeit, Motorik, Identitätsentwicklung)

Einseitige Orientierung oder auch verfrühte Ausrichtung aufs Digitale schafft Defizite und gesundheitliche Probleme (Kurzsichtigkeit, Tippdaumen, Körperhaltung, Nicht-Ausbildung der unter No 2 genannten Punkte)

Thesen Mieke Frank

”Neue” Technologien müssen als Werkzeuge verstanden werden, um die Vermittlung von Inhalten und Wissen neu zu denken und voranzutreiben. Wir werden eine neue Ära des Lesens/Buchs erfahren

2) Der digitale Wandel ist da und wir werden ihn nicht aufhalten, was wir beeinflussen können ist, WIE wir den Wandel vorantreiben. Wir müssen die Angst vor Digitalisierung nehmen und neue zeitgenössische Modelle entwickeln

3) Das Buch ist nur dann tot, wenn wir es zu lassen. Die “Über-Technologisierung” unserer Gesellschaft darf nicht überhand nehmen, wir müssen dafür sorgen, dass eine gesunde Balance zwischen der analogen und digitalen Welt besteht

Internet guckt Bücherregal

Thesen Philippe Wampfler

Digitale Lektüre basiert auf einem erweiterten Textbegriff: Mündige Menschen lesen auch Bilder, Videos und Spielelemente

2) Leseprozesse werden stark und mit unlauteren Mitteln von Marketingverfahren gesteuert: Emanzipiertes Lesen muss neu gelernt werden.

3) Die Buchkultur bietet wenig Hilfestellungen und Orientierung für die heutige didaktische Praxis: Nostalgie ist naheliegend, aber führt in die Irre.

Die Fibel: die sicherste Methode zum Lesenlernen

Thesen Christian Füller

1) Digitales Lesen ist selbstverständlicher Teil unseres Informationsverhaltens, unser digitaler Medienkonsum überschreitet den analogen längst

2) Es ist wichtig, Schüler*innen rechtzeitig mit dem digitalen Lesen vertraut zu machen – und dabei differenzierte Lesestrategien einzuüben

Lesen- und Schreiben-Lernen sollte in der Schule nicht weniger, sondern mehr Zeit bekommen: in der Primarstufe ist es wichtig, eine Grundlage analogen Lesens und Schreibens zu legen

Buchtitel aus 90ern: Kinder erfinden Schrift
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