update (26. April) für den Stream zu

„Digitale Bildungswelten – Vision oder Illusion?“, 26. April, 13 Uhr

Das gemeinsame Beobachten des Podiums der Freien Schule Anne Sophie (Berlin) in der digital eatery via stream, es wird ein Experiment.

Pisaversteher hat zwei Streams vorbereitet, die ab 13 Uhr klappen sollten. Einmal via Meerkat, das ist eine App, die es über Twitter möglich macht, einem Event zu folgen. Und via Younow, da muss man sich nicht extra anmelden, sondern kann es „von außen“ betrachten – allerdings muss man dazu auf die Younow-Seite gehen, klar.

Bei meerkat muss man dem account @ciffi auf Twitter folgen und bekommt dann einen tweet mit dem Hinweis Live Now. Wer meerkat auf seinem iPad/iPhone als App hat, kann dann zuschauen. Über Bild- und Tonqualität kann ich nichts sagen. Bei Younow habe ich den Namen „EduDitore“; dort kann man auch Kommentare abgeben, auf die ich aber als Moderator in diesem Fall nicht eingehen kann. 😉

Selbstverständlich muss ich als Moderator die beteiligten Podianten fragen, ob sie einem Stream zustimmen. Und es könnte auch Probleme geben, weil der Veranstalter und der Gastgeber mitzureden haben.

Die Freie Schule Anne Sophie der Würth-Stiftung hat ein tolles Podium zusammengestellt, das über „Digitale Bildungswelten – Vision oder Illusion?“ diskutieren wird: Die Kinderschützerin Julia von Weiler, Tastenspieler André Spang, der Autor und Gadget-Experte Thomas Schmidt und Schulleiter Vito Susca. Vorher programmieren Schüler der Berliner Anne Sophie den Sonntagmittag: Code your sunday! Pisaversteher Christian Füller moderiert die Runde in der digital eatery von Microsoft, die zu einer Diskussionsreihe der #fsas gehört.

„Digitale Bildungswelten – Vision oder Illusion?“, 26. April, 13 Uhr

Ist das Digitale nun gut oder schlecht für die Kinder und das Lernen? Es ist die Frage aller Fragen, die im Moment viele Lehrer Eltern umtreibt. Und die letzten News waren nicht sehr beruhigend für Eltern. Die Medienforscher Gerald Lembke und Ingo Leipner forderten in der Süddeutschen, die Tablets und andere Gadgets von den Schulen fernzuhalten – weil Kinder bis 12 am Tablet vielleicht „eine hohe Wischkompetenz besitzen, aber mit Medienkompetenz hat das nichts zu tun.“

Hohe Wischkompetenz, aber keine Lerneffekte

Die Debatte der FSAS stellt die chaotische Debatte auf die Füße. In der digital eatery werden Schüler der FSAS zunächst händisch vorführen, was digitales Lernen bedeuten kann. Danach debattiert das Podium drei Fragen: Wie sieht digitales Lernen aus? Welche Gefahren bringt das Digitale – für Kinder und für Schüler? Welche Voraussetzungen brauchen wir, dass es endlich losgehen kann?

André Spang, Deutschlands berühmtester Tabletlehrer und @tastenspieler, sagt:

Digitales Lernen ist keine Illusion mehr…

„…wenn die notwendige technische Infrastruktur an allen Schulen verfügbar ist (stabiles Netz in der richtigen Geschwindigkeit) und allen Lernenden/Lehrenden ein Tablet (und darauf installierte Bildungsmaterialien 2.0) zur Verfügung stehen.“

„…wenn die neue Lern-/Lehrkultur in den Schulen verstanden wird. Sie ist vernetzt, offen und integrativ. Es gelten die 4C’s des ’neuen Lernens‘: Collaboration, CriticalThinking, Creativity, Communication“

Die neue Lehr-/Lernkultur braucht nachhaltige Mediengrundbildung in der Pädagogik und Einforderung der #21stcentury literacies bei Lehrenden“

Dr. Vito Susca, Leiter der Freien Schule Anne Sophie:

„Eine moderne Schule muss mit Inhalten und Technologien an die Schüler herantreten, die die Schüler dann auch im Alltag, wenn sie von der Schule gehen, vorfinden werden. Die Entwicklung der digitalen Medien schreitet sehr schnell voran und verändert von Minute zu Minute unsere Welt. Ich sehe es als Aufgabe der Schule, die Heranwachsenden auf diese Entwicklung  vorzubereiten, damit auch in Zukunft die modernen Medien einen Nutzen für die Gesellschaft darstellen und nicht nur als Ablenkung dienen!“

Julia von Weiler, Kinderschützerin und TV-Expertin, findet: 

Die digitalen Medien eröffnen wundervolle Chancen und mindestens genau so viele erschreckende Risiken. Medienkompetente Kinder und Jugendliche, bleiben Kinder und Jugendliche – damit strategisch vorgehenden Tätern/Täterinnen auch unterlegen.“

Kinder und Jugendliche brauchen kompetente, vertrauensvolle Ansprechpartner, wenn sie in Not geraten. D.h. Erwachsene – auch Lehrkräfte – müssen das digitale Leben kennen (lernen).“

Durch die vielen Kanäle verkomplizierten digitale Medien Gespräche und das Miteinander, weil sie einen ständigen Backchannel (Nebenstrang) eröffnen. Das erschwert Vertrauensbildung.“

Thomas Schmidt, Autor des Buchs #Neuland, versteht die ganze Aufregung nicht. Denn, so @Wapoid:

„Es gibt kein digitales Lernen! Es lernt der ganze Mensch und heutzutage ganz sicher auch mit digitalen Medien – ob Schule will oder nicht.“ 

„Alle bemängeln die Ausstattung, die ist aber zweitrangig. Entstehen müssen neue Lernräume in denen wir Lernen mit Medien ganz neu denken.“

„Ich halte Lehrkräfte nicht für die Deppen der Nation. Sie brauchen einfach Unterstützung und Mut das digitale beim Lernen zuzulassen.“ 

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